Warum wurde aus Persien Iran? Die historische Umbenennung von 1935
Etymologie, Pahlavi-Nationalismus und der völkerrechtliche Wandel von einem Exonym zum indigenen Staatsnamen
Im März 1935 wies die Regierung von Reza Schah Pahlavi die internationale Staatengemeinschaft an, das Land offiziell als Iran statt als Persien zu bezeichnen. Hinter diesem Schritt standen jahrtausendealte indigene Traditionen, eine gezielte Modernisierungspolitik sowie das Bestreben, alle ethnischen Gruppen des Landes unter einer gemeinsamen Identität zu vereinen.
Key takeaways
- Am 21. März 1935 forderte das iranische Außenministerium die internationalen Vertretungen auf, im offiziellen Schriftverkehr ausschließlich den Namen Iran zu verwenden.
- Während die westliche Welt das Land nach dem griechischen Exonym Persis (von Parsa/Fars) nannte, lautete die einheimische Bezeichnung seit der Sassanidenzeit ununterbrochen Ērān bzw. Ērānšahr.
- Reza Schah Pahlavi beabsichtigte mit der Vereinheitlichung, die ethnische Vielfalt des Landes – darunter Aserbaidschaner, Kurden, Luren, Araber und Belutschen – über den Begriff Perser hinaus zu integrieren.
- 1959 stellte eine Kommission unter Gelehrten wie Ehsan Yarshater fest, dass im kulturellen, literarischen und historischen Kontext der Begriff Persien im westlichen Sprachraum weiterhin legitim verwendet werden darf.

Die Frage, warum wurde aus Persien Iran, berührt eine der faszinierendsten Schnittstellen zwischen kolonialer Begriffsgeschichte, moderner Staatsbildung und Jahrtausende alter indigener Identität. Am persischen Neujahrsfest Nowruz, dem 21. März 1935, vollzog die Regierung unter Reza Schah Pahlavi einen Schritt von weitreichender diplomatischer Tragweite: Ausländische Gesandtschaften, internationale Organisationen und weltweite Vertragspartner wurden angewiesen, für das Territorium auf dem iranischen Plateau fortan ausnahmslos den Namen Iran statt des bis dahin im Westen allgegenwärtigen Namens Persien zu verwenden. Für Zeitgenossen im Europa und Amerika der 1930er-Jahre wirkte dieser Akt wie eine radikale Neuschöpfung, doch historisch betrachtet vollzog Teheran lediglich die Angleichung der diplomatischen Außendarstellung an ein Selbstverständnis, das im Land selbst seit über zwei Jahrtausenden ungebrochen existierte.
Tatsächlich hatten die Bewohner des Landes ihr Staatsgebiet niemals als Persien bezeichnet. Der Name Persien war ein klassisches Exonym – eine Fremdbezeichnung, die über das antike Griechisch und das Lateinische in die europäischen Schriftsprachen eingewandert war. Die einheimische Bevölkerung nannte ihre Heimat seit der Epoche der Sassaniden (224–651 n. Chr.) kontinuierlich Ērān bzw. Ērānšahr. Der Schah-Erlass von 1935 war somit kein Akt historischer Tabula rasa, sondern die Beseitigung einer westlichen Fremdbenennung, die von der Pahlavi-Regierung zunehmend als Zeichen kolonialer Bevormundung, ethnischer Verkürzung und politischer Schwäche wahrgenommen wurde.
Warum wurde aus Persien Iran? Die diplomatische Note von 1935
Im Dezember 1934 (entsprechend dem iranischen Monat Dey 1313) verschickte das kaiserliche Außenministerium in Teheran eine Zirkularnote an alle akkreditierten diplomatischen Missionen. Darin hieß es unmissverständlich, dass mit Beginn des neuen Sonnenjahres am 21. März 1935 jegliche offizielle Korrespondenz, Verträge, Briefmarken und Konsularurkunden auf den Namen Iran umgestellt werden müssten. Der Völkerbund in Genf vollzog diesen Schritt umgehend und führte das Gründungsmitglied fortan in seinen Protokollen unter dem Buchstaben I statt P. Ausländische Zeitungen, darunter die New York Times und die Londoner Times, druckten Erklärungsartikel, um ihre Leserschaft an den neuen, im westlichen Ohr zunächst ungewohnt klingenden Staatsnamen zu gewöhnen.
Reza Schahs Motivation speiste sich aus mehreren Strömungen. An erster Stelle stand das Bedürfnis nach völkerrechtlicher Emanzipation. Während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war Persien unter der Herrschaft der Qadscharen-Dynastie zum Spielball des Great Game zwischen dem Russischen Zarenreich und dem Britischen Empire herabgesunken. Ausländische Konzessionen – wie die Tabakregie von 1890 oder die berüchtigte D'Arcy-Ölkonzession von 1901 –, militärische Invasionen im Ersten Weltkrieg trotz formaler Neutralität und wirtschaftliche Ausplünderung prägten das internationale Bild. Der Name Persien war in den Augen der nationalistischen Intellektuellen um Reza Schah mit imperialer Dekadenz, Opiumhandel, Staatsbankrott und kolonialer Demütigung konnotiert. Der Name Iran hingegen symbolisierte Aufbruch, Souveränität und die Wiedergeburt einer antiken Großmacht.

Endonym versus Exonym: Parsa, Persis und das uralte Eran
Um die Tragweite der Reform zu erfassen, ist eine differenzierte etymologische Betrachtung unerlässlich. Das Wort Persien geht auf das altpersische Wort Pārsa zurück. So bezeichneten die Achämeniden (ca. 550–330 v. Chr.) ihren ursprünglichen Stammes- und Siedlungsraum im südwestlichen Hochland, der heutigen Provinz Fars (in der auch die Residenzen Pasargadae und Persepolis liegen). Als die antiken Griechen im Zuge der Perserkriege mit dem Großreich von Kyros II. und Dareios I. in Kontakt traten, übertrugen sie die Landschaftsbezeichnung Parsa als Persis (ἡ Περσίς) pars pro toto auf das gesamte Weltreich. Über das Lateinische Persia gelangte der Begriff in sämtliche romanische, germanische und slawische Sprachen West- und Mitteleuropas.
Auf der Ebene der Selbstbezeichnung (Endonym) existierte jedoch ein völlig anderer Terminus. In den elamischen, babylonischen und altpersischen Inschriften von Naqsch-e Rostam und Behistun bezeichnete sich König Dareios I. stolz als: 'Ein Perser, Sohn eines Persers, ein Arier, von arischem Geschlecht' (altpersisch: Pārsa Pārsahyā puça, Ariya Ariyaciça). Der Begriff Arier (altiranisch: *Ariya-) bezeichnete ursprünglich eine linguistische und kulturelle Selbstidentifikation indoiranischer Stämme des 2. Jahrtausends v. Chr. und war frei von den pseudowissenschaftlichen, rassischen Konnotationen, die ihm das 19. und 20. Jahrhundert in Europa anhefteten.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. schufen die Sassaniden unter Ardaschir I. und Schapur I. aus dem Genitiv Plural des altiranischen *Aryānām (wörtlich: 'der Arier') das mittelpersische Wort Ērān. In Verbindung mit dem altiranischen *xšaθra- ('Herrschaft', 'Reich') formten sie das staatsrechtliche Konzept Ērānšahr (Reich der Arier). Diese Namensgebung markierte den ersten bewussten Nationalstaat der Region, der das iranische Kulturplateau von den nicht-iranischen Gebieten (Anērān) abgrenzte. Nach der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert blieb das Wort Iran in der neupersischen Literatur lebendig. Das Monumentalepos Schāhnāme (Königsbuch) des Dichters Firdausi aus dem frühen 11. Jahrhundert verwendet das Wort Iran über achthundert Mal als patriotischen Gegenpol zur feindlichen Steppe Turan.
Staatsmodernisierung und der Identitätsdiskurs der Pahlavi-Ära
Reza Schah, der 1925 die Qadscharen absetzte und sich zum Schah krönte, verfolgte eine kompromisslose Zentralisierungs- und Säkularisierungspolitik, die sich eng an den Reformen Mustafa Kemal Atatürks in der benachbarten Republik Türkei orientierte. Zu seinen Monumentalprojekten gehörten die Transiranische Eisenbahn, die Errichtung säkularer Gerichtshöfe, die Gründung der Universität Teheran und die Einführung westlicher Kleidungsvorschriften. Eine moderne Nation benötigte in den Augen des Regimes jedoch auch ein einheitliches, kohärentes Identitätsnarrativ.
Das Staatsgebiet des Iran war und ist ein Vielvölkerstaat. Neben den persischsprachigen Bewohnern des Landesinneren und Südens lebten und leben große Populationen von Aserbaidschanern (Turksprachige), Kurden, Luren, Arabern in Chuzestan, Turkmenen und Belutschen innerhalb der Grenzen. Indem der Staat im Ausland weiterhin als Persien firmierte, schien er die nicht-persischen Völker zu marginalisieren oder als unterworfene Minderheiten zu definieren. Der Name Iran hingegen fungierte als integrativer Überbegriff: Ein kurdischer, aserbaidschanischer oder lurischer Bürger des Staates mochte kein ethnischer Perser sein, wohl aber ein vollwertiger Iraner, da seine Kultur und Sprache integraler Bestandteil des iranischen Zivilisationskreises waren.
“Iran ist nicht das Land einer einzigen ethnischen Gruppe, sondern das historische Zuhause aller Stämme und Völker des Hochlandes, die seit Jahrtausenden unter dem gemeinsamen Banner des Eranšahr vereint sind.”
Hinzu kam ein ideologischer Einfluss europäischer Debatten. In den 1930er-Jahren studierten zahlreiche junge Iraner in Deutschland und Frankreich. Iranische Gesandte in Berlin, beeinflusst vom damaligen europäischen Diskurs über Indogermanen und Sprachursprünge, wiesen den Schah darauf hin, dass der Name Iran in westlichen Ohren Respekt als Wiege der arischen Sprachfamilie erzeuge. Reza Schah griff dieses Argument begierig auf, wenngleich seine Hauptmotivation pragmatisch-patriotischer Natur war: Der Iran sollte von den europäischen Kolonialmächten als gleichberechtigter, souveräner Staat auf Augenhöhe wahrgenommen werden und das Stigma des antiquierten Orientalismus abschütteln.
| Kategorie | Persien (Pars / Fars) | Iran (Ērān / Ērānšahr) |
|---|---|---|
| Linguistische Herkunft | Griechisches Exonym (Persis) von altpersisch Pārsa | Indigenes Endonym aus dem Altiranischen (*Aryānām) |
| Geografischer Fokus | Ursprünglich südwestliche Provinz Fars | Gesamtes iranisches Hochland zwischen Kaukasus, Euphrat und Indus |
| Ethnische Konnotation | Historisch bezogen auf die persischsprachige Kerngruppe | Inklusiver Dachbegriff für Perser, Kurden, Aserbaidschaner, Luren etc. |
| Offizieller diplomatischer Status | Im Ausland bis März 1935 Standard | Seit 21. März 1935 völkerrechtlich bindender Staatsname |
| Kulturelle Verwendungsbereiche | Teppiche, Literatur, Kunstgeschichte, Katzenrassen | Staatsbürgerschaft, Politik, Geografie, offizielle Verträge |
Die Debatte von 1959: Die Koexistenz beider Namen
Der abrupte Namenswechsel von 1935 verlief international nicht ohne Friktionen. Viele westliche Gelehrte, Kartografen und Schriftsteller beklagten, dass mit dem Namen Persien jahrhundertealte Assoziationen an Persepolis, Kyros den Großen, die Poesie von Hafis und Saadi sowie die Pracht safawidischer Baukunst verloren gingen. Im westlichen Bewusstsein war Iran vor dem Zweiten Weltkrieg oft unbesetzt oder wurde mit dem damals neu geschaffenen Nachbarstaat Irak verwechselt. Nach der alliierten Invasion des Iran im Jahr 1941 und der Abdankung Reza Schahs zugunsten seines Sohnes Mohammad Reza Pahlavi gewann die Diskussion erneut an Dynamik.
Ende der 1950er-Jahre wandten sich renommierte iranische Akademiker, angeführt von dem angesehenen Iranisten Ehsan Yarshater, an das kaiserliche Kulturministerium. Sie argumentierten überzeugend, dass der Name Persien im Ausland über ein unschätzbares kulturelles und humanitäres Prestige verfüge. Wer Persien höre, denke an Hochkultur, Dichtkunst, Gärten und Philosophie; wer Iran höre, assoziiere primär Erdölfelder und geopolitische Konflikte im Nahen Osten.
Mohammad Reza Schah folgte dem Rat der Expertenkommission und erließ 1959 eine Klarstellung: Auf völkerrechtlicher, diplomatischer und administrativer Ebene blieb Iran der alleinige offizielle Staatsname. Im kulturellen, historischen und literarischen Kontext jedoch wurde die Verwendung von Persien (sowie Persian im Englischen oder Perse im Französischen) ausdrücklich wieder gestattet und für vollkommen legitim erklärt. Diese pragmatische Regelung verankerte eine bis heute gültige sprachliche Zweiteilung: Der Staat heißt Iran, die Hochkultur darf Persien genannt werden.

Chronologie des Namenswandels vom Altertum bis zur Gegenwart
Die folgende Zeitleiste veranschaulicht die wichtigsten Stationen in der zweieinhalbtausendjährigen Begriffsgeschichte zwischen Pārsa, Ērānšahr und der modernen Staatsbezeichnung Iran.
Kyros der Große begründet das Weltreich aus der Kernregion Pārsa (Fars). Die Griechen prägen das Exonym Persis.
Häufige historische Missverständnisse: Sprache und Staatsvolk
Im modernen deutschen Sprachgebrauch tauchen rund um das Thema regelmäßig Verwirrungen auf, insbesondere was das Begriffspaar Persisch und Farsi betrifft. Gelegentlich wird fälschlich behauptet, mit dem Wechsel von Persien zu Iran müsse man die Landessprache im Deutschen nun zwingend Farsi nennen. Sprachwissenschaftler und die Gesellschaft für deutsche Sprache widersprechen diesem Vorgehen vehement.
Farsi ist lediglich das persische Wort für die persische Sprache. Ebenso wie man im Deutschen von Französisch (nicht français), Spanisch (nicht español) oder Russisch (nicht russki) spricht, lautet der korrekte deutsche Begriff für die Nationalsprache des Iran Persisch. Die Persische Sprache besitzt eine dreitausendjährige dokumentierte Kontinuität – vom Altpersischen über das Mittelpersische (Pahlavi) bis hin zum modernen Neupersischen, das in verschiedenen Varietäten auch in Afghanistan (Dari) und Tadschikistan (Tadschikisch) gesprochen wird.
Ein weiteres Missverständnis betrifft die Identität der Bürger: Nicht jeder Iraner ist Perser, aber jeder Perser innerhalb der Landesgrenzen ist Iraner. Von den heute rund 88 Millionen Einwohnern des Landes identifizieren sich schätzungsweise 50 bis 60 Prozent als ethnische Perser. Die übrige Bevölkerung setzt sich aus zahlreichen eigenständigen Volksgruppen zusammen, die eigene Muttersprachen pflegen, jedoch seit Jahrtausenden über den Rahmen der iranischen Kultur und Staatsbürgerschaft miteinander verwoben sind.
Die geopolitische Bilanz des Namenswechsels
Rückblickend war der Schritt von 1935 ein Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen, souveränen iranischen Nation. Die Umbenennung war weder eine Laune eines autokratischen Herrschers noch ein rein kosmetischer Akt, sondern spiegelte den berechtigten Anspruch wider, die eigene Identität aus den Fesseln imperialer Projektionen des Westens zu befreien. Indem Reza Schah auf den Namen Iran pochte, stellte er das Land in eine ungebrochene Linie mit Ardaschir I., Schapur I. und den antiken Helden des Schāhnāme.
Die Koexistenzregelung von 1959 bewies zudem kulturpolitische Klugheit: Sie trennte die politische Souveränität des modernen Staates Iran von der universellen Strahlkraft des antiken und klassischen Persien. Ob man die monumentalen Ruinen von Persepolis bestaunt, die Verse von Rumi und Hafez rezitiert oder über die geopolitische Lage am Persischen Golf debattiert – das Verständnis dafür, warum aus Persien Iran wurde, erschließt den Schlüssel zum iranischen Selbstverständnis zwischen nationalem Stolz, zivilisatorischem Erbe und moderner staatlicher Realität.
Die offizielle diplomatische Umbenennung trat am 21. März 1935 (dem Neujahrstag des iranischen Sonnenkalenders) in Kraft.
Das Wort leitet sich vom altiranischen *Aryānām ab ('Land der Arier') und ist seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. als Ērānšahr urkundlich belegt.
Nur etwa 53 % der Bürger des heutigen Iran sind ethnische Perser; Iran fungiert daher als inklusiver, ethnischer Dachbegriff.
Mohammad Reza Schah gestattete 1959 auf Anraten von Wissenschaftlern die Weiterverwendung von Persien im kulturellen Kontext.
References
- Encyclopaedia Iranica: Ērān, Ērānšahr (D. N. MacKenzie)
- Encyclopaedia Iranica: Names of Iran (Ehsan Yarshater)
- Encyclopaedia Britannica: Iran - The Pahlavi Dynasty
- UNESCO World Heritage Centre: Persepolis
- British Museum: The Cyrus Cylinder and Ancient Persia
- Auswärtiges Amt: Iran – Politisches Porträt und Geschichte
- The Met: The Art of the Sasanian Empire (224–651 A.D.)
Frequently asked questions
Warum wurde aus Persien Iran?
Aus Persien wurde Iran, weil Reza Schah Pahlavi am 21. März 1935 die internationale Gemeinschaft anwies, die einheimische Landesbezeichnung Iran zu nutzen. Das griechische Exonym Persien bezog sich ursprünglich nur auf die Kernprovinz Parsa (Fars), wohingegen Iran den gesamten Kulturraum und alle Volksgruppen des Vielvölkerstaates umfasst.
Welche Bedeutung hat das Wort Iran etymologisch?
Das Wort Iran leitet sich vom mittelpersischen Ērān ab, das auf das altiranische Genitiv-Plural-Adjektiv *Aryānām zurückgeht und 'Land der Arier' bzw. 'Reich der Edlen' bedeutet. Es wurde bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. unter den Sassaniden als politische und geografische Bezeichnung Ērānšahr kodifiziert.
Wann fand die offizielle Umbenennung statt?
Die diplomatische Note des Außenministeriums erging am 1. Dey 1313 nach persischem Sonnenkalender (Dezember 1934) mit Wirkung zum persischen Neujahr (Nowruz) am 21. März 1935. Ab diesem Tag ersetzte der Völkerbund den Eintrag Persien durch Iran.
Darf man heute noch Persien sagen?
Ja, im historischen, kulturellen, kunstgeschichtlichen und gastronomischen Kontext ist Persien weiterhin gebräuchlich (z. B. persische Teppiche, persische Miniaturmalerei, persische Katze). Völkerrechtlich und staatsrechtlich heißt das Land jedoch ausschließlich Iran.
Welche Rolle spielte Deutschland bei der Namensänderung von 1935?
Einige Berater Reza Schahs, die an deutschen Universitäten studiert hatten, wiesen auf den arischen Ursprung des Wortes Iran hin. Dennoch war der primäre Antrieb national-modernistisch: Man wollte das Erbe kolonialer Schwäche der Qadscharen-Ära überwinden und ein modernes Staatswesen etablieren.
Was ist der Unterschied zwischen Persisch und Farsi?
Farsi ist die endogene persische Bezeichnung für die Sprache. In der deutschen und europäischen Sprachwissenschaft wird die Sprache des Landes historisch und linguistisch korrekt als Persisch bezeichnet, analog zu Deutsch statt Deutsch und Français statt Französisch.